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...Streitschlichtungskonzept...

„Wenn zwei sich streiten – hilft die Streitschlichtung!“

Grundgedanke der Mediation
Die Wurzeln des Streitschlichtungskonzeptes stammen von der Mediation. Der Leitgedanke der Mediation besagt: Durch eine unbeteiligte dritte Person soll versucht werden, eine möglichst einvernehmliche Konfliktlösung zu finden, bei der sich keiner der Beteiligten als „Verlierer*in“ sieht. Somit müssen die Streitschlichter*innen eine unparteiische Rolle einnehmen. Durch die Teilnahme an der täglichen Konfliktbewältigung im Schulalltag helfen die Streitschlichter*innen aktiv mit, einen gewaltfreien Schulalltag zu kreieren (vgl. Götzinger/Kirsch 2004, S. 27).

Streitschlichtung an unserer Schule
Die Streitschlichtung hat eine lange Tradition an der KGS Frankenforst und ist als fester Bestandteil im Schulprogramm verankert. Soziale Kompetenzen und Konfliktfähigkeit zu fördern ist ein bedeutender Baustein in der Arbeit mit Kindern. Die Notwendigkeit der Förderung geht hierbei über das Klassenzimmer hinaus. Zum einen, da immer wieder klassenübergreifende Konflikte aufkommen, die oft nach der Pause „zwischen Tür- und Angel“ gelöst werden müssen. Zum anderen, um die Konflikte losgelöst von Erwachsenen und im Sinne der Partizipation weitestgehend selbstbestimmt lösen zu können.

Die Friedensbrücke
Aufbauend auf dem Leitgedanken der Mediation wurde im Schuljahr 2023/24 die Friedensbrücke (Friedensbox) in allen Klassen eingeführt. Mit kindgerechter Symbolik und nachvollziehbaren Handlungsschritten, werden den Kindern auf diese Weise noch mehr Selbstständigkeit und Handlungsfähigkeit in Bezug auf die Konfliktklärung ermöglicht.
Die Friedensbrücke ist ein Konfliktlösungsmodell entwickelt von Brigitte Zwenger-Balink im Auftrag des Kinderschutzbundes München und unterstützt von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Köln, das ALLE Kinder mitnimmt auf dem Weg der Erweiterung sozialer Kompetenzen.
Ziel ist es, alle Beteiligten mit ihren Bedürfnissen wahrzunehmen und respektvoll zu behandeln – egal wie vordergründig offensichtlich die Schuldfrage ist.
Die Friedensbrücke verläuft in fünf festgelegten Schritten, in denen die Kinder aufeinander zugehen und sich mit ihrem Problem beschäftigen.

  • Schritt 1: Erläuterung der Gesprächsregeln (OMA-Regeln)
  • Schritt 2: „Was ist passiert?“
  • Schritt 3: „Wie hast du dich dabei gefühlt?“
  • Schritt 4: „Welche Lösung schlägst du vor?“
  • Schritt 5: „Was vereinbaren wir?“ (konkrete Lösungsvorschläge und Wünsche)

Die Ausbildung
Die Teilnahme an der Streitschlichterausbildung ist freiwillig. Bewerben können sich SchülerInnen ab Klasse 3, die nach circa einem halben Jahr Ausbildung die Pausenaufsicht als StreitschlichterInnen unterstützen.
Die StreitschlichterInnen werden in zwei Gruppen bestehend aus jeweils 5-10 SchülerInnen eingeteilt. Die Gruppen (neue und bereits ausgebildete StreitschlichterInnen) treffen sich im wöchentlichen Wechsel einmal in der Woche in der 6. Stunde im Klassenraum der Bärenklasse.
Seit dem Schuljahr 2023/24 werden die Stufen der Mediation in der AG anhand der Schritte der Friedensbrücke eingeführt und in Rollenspielen erprobt und gefestigt.

Am Ende der Ausbildung hat jedes Kind eine Karte (an einem Band zum Umhängen), auf der die OMA-Regeln und die Schritte der Friedenbrücke vermerkt sind. Die Kinder erhalten außerdem eine „Ausrüstung“, welche für die Streitschlichtung eingesetzt wird. Sie besteht aus: der Karte (mit Regeln und Schritten), einem Erzählstein und einer extra gekennzeichneten Warnweste. Je nach Ort und Bedarf kann auch die Friedensbox (mit den Schritten auf Karten, Spielmännchen und Sanduhr) von den Kindern genutzt und eingesetzt werden.

Nach dem Ausbildungsende wird ein Plan erstellt, wodurch SchülerInnen, LehrerInnen und die StreitschlichterInnen sehen können, wann und welche StreitschlichterInnen den jeweiligen Dienst durchführen.
Für die Durchführung der Streitschlichtung wird im Verlauf des Schuljahres eine Streitschlichterecke eingerichtet, in die sich die Kinder in Ruhe zurückziehen können, um einen Konflikt zu klären (Eingangsbereich des Schulgebäudes unter der Treppe mit freier Sicht auf den Schulhof). Bei aufkommenden Konflikten in der Pause unterstützen die Streitschlichterinnen und Streitschlichter die Streitenden dabei, den Streit zu schlichten und eine gemeinsame Lösung zu finden. Bei Streitigkeiten, die eine intensivere Klärung benötigen oder nicht geschlichtet werden können, wird die Aufsicht (LehrerInnen und PädagogInnen) hinzugezogen.

Die konkreten Ziele in der Ausbildung sind:

  • Fähigkeit des Perspektivwechsels
  • Gefühle wahrnehmen und zum Ausdruck bringen (aktives Zuhören)
  • Wahrnehmung des eigenen Konfliktverhaltens
  • Kennenlernen und Erproben verschiedener Kommunikationstechniken (Giraffen- und Wolfssprache)
  • Durchführung von Streitschlichtungen in Rollenspielen
  • Lösungsideen kennen und selbst entwickeln

Weitere Arbeit / Ausblick
Im Verlauf des Schuljahres 2024/25 wird gemeinsam mit den Kindern der AG eine Streitschlichterecke geplant, eingerichtet und erprobt, um der Streitschlichtung einen festen und ruhigeren Rahmen zu ermöglichen.
Die Streitschlichter-Ausbildung an der KGS wird im Schuljahr 2025/2026 weitergeführt. Eine Evaluation findet jeweils am Ende des Schuljahres statt.

 


Literatur:
Götzinger, M. / Kirsch, D.: Grundschulkinder werden Streitschlichter. Ein Ausbildungsprogramm mit vielen Kopiervorlagen, Verlag an der Ruhr 2004.

Internetquellen:
https://bensberger-mediations-modell.de/ (abgerufen am 10.02.2022)
https://paedagogische-beziehungen.eu/streitschlichtung-mit-der-friedenstreppe/ (abgerufen am 29.10.2024)